Vegane Produkte bei Aldi, Lidl, Rewe: Der Stand 2024
Wo stehen die Discounter und Supermärkte bei veganen Angeboten? Ein Überblick über Sortiment, Preise und Entwicklungen in Deutschland.

Vegane Produkte bei Aldi, Lidl und Rewe sind 2024 ein wichtiger Indikator für den Wandel im Konsumverhalten. Die drei größten Lebensmittelhändler in Deutschland haben ihre Sortimente in den letzten Jahren dramatisch erweitert. Was einst als Nischenprodukt galt, ist heute fester Bestandteil des Angebots in fast jeder Filiale. Dieser Tracker beleuchtet, wo die Händler aktuell stehen, welche Fortschritte sie gemacht haben und wo noch Potenzial besteht. Die wachsende Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen – getrieben durch Gesundheitsbewusstsein, Umweltbedenken und Tierschutz – zwingt den Lebensmitteleinzelhandel, sein Angebot anzupassen. Die Discounter und Supermärkte reagieren, doch die Geschwindigkeit und Tiefe der Veränderungen variieren.
Das vegane Angebot im Vergleich: Eine Übersicht
Anteil veganer Eigenmarken-Produkte (Schätzung 2024)
Schätzung basierend auf Sortimentsanalysen und Herstellerangaben. Die tatsächliche Zahl kann je nach Filiale und Saison variieren. Quelle: Eigene Recherche und Branchenbeobachtung.
Die Daten zeigen eine klare Tendenz: Rewe, als traditioneller Supermarkt, führt das Feld bei den Eigenmarken an, gefolgt von Lidl. Aldi Süd und Nord ziehen nach, wobei die Unterschiede oft im Detail liegen. Wichtig ist jedoch nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität und Vielfalt. Von pflanzlichen Milchalternativen über Fleischersatzprodukte bis hin zu veganen Backwaren und Fertiggerichten – das Angebot wird stetig diversifiziert. Die Händler setzen dabei verstärkt auf eigene Marken, um Kosten zu kontrollieren und das Sortiment gezielt zu gestalten. Die „Vegan-Offensive“ vieler Händler hat dazu geführt, dass rein pflanzliche Produkte oft gut sichtbar platziert sind und die Auswahl sich täglich erweitert.
Vegane Milchalternativen: Vom Nischenprodukt zum Standard

Vor wenigen Jahren noch eine Seltenheit, sind Hafer-, Soja-, Mandel- und Reisdrinks heute in fast jeder Kühltheke zu finden. Aldi, Lidl und Rewe bieten eine breite Palette dieser Produkte an, oft zu Preisen, die nur unwesentlich über denen von Kuhmilch liegen. Insbesondere Haferdrinks haben sich als Publikumslieblinge etabliert. Die Verfügbarkeit von Barista-Varianten, ungesüßten oder angereicherten Sorten spricht eine breite Kundschaft an, nicht nur Veganer. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe zeigt, dass viele dieser Produkte auf Basis von europäischen Rohstoffen wie Hafer aus Deutschland oder Österreich hergestellt werden können. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigeren Lebensmittelversorgung, wie sie auch von der Bundesregierung im Rahmen der nationalen Agrar- und Ernährungsstrategie gefördert wird.
Die Vorreiter: Wer macht es richtig?
- **Lidl:** Bietet unter der Eigenmarke 'Vemondo' eine breite Palette an veganen Produkten, von Burgern über Hack bis hin zu Käsealternativen. Regelmäßige Aktionswochen mit besonderen veganen Highlights.
- **Rewe:** Starke Präsenz von Eigenmarken wie 'Rewe Bio' und 'Rewe Vegetarisch/Vegan', die eine gute Auswahl an pflanzlichen Produkten in verschiedenen Kategorien abdecken. Partnerschaften mit spezialisierten Herstellern.
- **Aldi (Süd & Nord):** Konsequente Erweiterung des 'Mein Veggie Tag'-Sortiments. Insbesondere die Entwicklung von Fleischalternativen, die optisch und geschmacklich näher an tierische Produkte heranreichen, ist bemerkenswert.
“Die Diversifizierung des veganen Angebots ist nicht nur eine Reaktion auf Nachfrage, sondern auch ein strategischer Schritt zur Kundenbindung und Neukundengewinnung.”
Innovationen bei Fleisch- und Fischalternativen

Die Kategorie der Fleisch- und Fischalternativen hat in den letzten Jahren die größten Sprünge gemacht. Hersteller wie Beyond Meat und Impossible Foods haben den Markt revolutioniert, doch die Eigenmarken der großen Händler holen auf. Aldi, Lidl und Rewe investieren in die Entwicklung von Produkten, die die Textur und den Geschmack von Fleischimitieren. Dies reicht von Würstchen und Schnitzeln bis hin zu Hackfleisch- und Fischstäbchen-Alternativen. Die Basis bilden oft Erbsen-, Soja- oder Weizenproteine, teilweise angereichert mit Pilzen oder anderen pflanzlichen Zutaten für eine authentischere Textur. Die wissenschaftliche Forschung im Bereich pflanzliche Proteine, oft unterstützt durch Universitäten wie die Universität Hohenheim, spielt hier eine entscheidende Rolle für die Entwicklung neuer, geschmacklich überzeugender Produkte.
Die Nachzügler: Wo gibt es noch Potenzial?
- **Regionale Spezialitäten:** Während überregionale Produkte dominieren, fehlt es oft an veganen Varianten traditioneller regionaler Gerichte, die auf lokalen Zutaten basieren.
- **Saisonalität:** Das Angebot ist selten stark auf saisonale pflanzliche Produkte wie Hülsenfrüchte oder heimisches Gemüse ausgerichtet, abgesehen von Obst und Gemüse.
- **Bio- und Fairtrade-Siegel:** Die Verfügbarkeit von zertifizierten bio- und fair gehandelten veganen Produkten könnte weiter ausgebaut werden.
- **Komplexe Fertiggerichte:** Die Auswahl an aufwendigeren, rein veganen Fertiggerichten, die über einfache Nudelgerichte hinausgehen, ist noch begrenzt.
Preisgestaltung: Annäherung statt Angleichung
Während die Preise für vegane Produkte in den letzten Jahren gesunken sind, liegen sie bei vielen Kategorien noch leicht über denen tierischer Pendants. Dies gilt insbesondere für aufwendig produzierte Fleisch- und Käsealternativen. Bei Grundnahrungsmitteln wie Milchalternativen oder Hülsenfrüchten ist die Preisdifferenz oft gering oder nicht existent. Die Händler arbeiten daran, die Produktionskosten zu senken und durch höhere Abnahmemengen günstigere Preise zu erzielen. Die Angleichung der Preise ist ein entscheidender Faktor, um die pflanzliche Ernährung für eine breitere Bevölkerungsschicht attraktiv zu machen. Die Agrarpolitik und die Förderung pflanzlicher Proteinquellen auf europäischer Ebene könnten hier unterstützend wirken.
Was hat sich dieses Jahr verändert?
Das Jahr 2024 zeigt eine Fortsetzung des Trends: Die Händler haben ihr veganes Sortiment weiter ausgebaut und verbessert. Besonders auffällig ist die stärkere Fokussierung auf Qualität und Geschmack bei Fleischalternativen. Auch die Sichtbarkeit im Markt ist gestiegen, mit gezielteren Marketingkampagnen und einer besseren Platzierung der Produkte. Die GfK-Ernährungsstudie 2024 bestätigt, dass immer mehr Menschen regelmäßig zu veganen Produkten greifen, was den Druck auf die Händler erhöht, das Angebot weiter zu optimieren. Die Nachfrage nach pflanzlichen Optionen ist nicht mehr nur auf eine kleine Gruppe beschränkt, sondern Teil eines breiteren gesellschaftlichen Wandels hin zu bewussterem Konsum.
Die Kämpfe, die noch anstehen
Trotz der Fortschritte gibt es weiterhin Herausforderungen. Die Beschaffung von Rohstoffen für pflanzliche Produkte muss nachhaltiger gestaltet werden, um auch hier ökologische Fußabdrücke zu minimieren. Die Akzeptanz von veganen Produkten in der breiten Bevölkerung muss weiter gefördert werden, was durch Aufklärung und Vorurteilsarbeit geschieht. Die Politik spielt eine wichtige Rolle, indem sie Rahmenbedingungen schafft, die eine pflanzliche Ernährung fördern, beispielsweise durch Subventionen für pflanzliche Proteine oder Informationskampagnen. Die Entwicklung von pflanzlichen Alternativen, die den ernährungsphysiologischen Wert tierischer Produkte vollständig abbilden, bleibt ein Forschungsfeld, das von Institutionen wie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) beobachtet wird.
Nächste Schritte für Verbraucher
- Probieren Sie neue vegane Produkte aus den Eigenmarken von Aldi, Lidl und Rewe.
- Achten Sie auf saisonale und regionale pflanzliche Lebensmittel im Angebot.
- Unterstützen Sie Händler, die sich für transparente Kennzeichnung und nachhaltige Angebote einsetzen.
- Informieren Sie sich über die ernährungsphysiologischen Vorteile einer ausgewogenen pflanzlichen Ernährung.
Häufige Fragen
Wie hat sich das vegane Angebot bei Aldi in den letzten Jahren entwickelt?
Sind vegane Produkte bei Lidl teurer als bei Aldi oder Rewe?
Welche veganen Produkte sind bei Rewe besonders empfehlenswert?
Wie viele rein vegane Produkte gibt es durchschnittlich bei einem großen Supermarkt?
Sind die veganen Alternativen von Aldi, Lidl und Rewe qualitativ gut?
Wie erkenne ich vegane Produkte im Laden?
Quellen & weiterführend
- Oxford University & Stockholm Environment Institute — Our World in Data
- GfK-Ernährungsstudie — GfK
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) — DGE.de
- foodwatch — foodwatch.de
- Bundesregierung (Nationale Agrar- und Ernährungsstrategie) — BMEL.de